Wie gefährlich sind SEPA LastschriftMANDATE?
zum Original-Video: https://youtu.be/2tAk-o44dbc
Bereits im Februar hatten wir eine Depesche über das SEPA Lastschriftverfahren verschickt.
Wir geben Euch immer den Rat, Wörter zu klären und zu hinterfragen. Das haben wir selbst jetzt auch noch einmal getan -
vor dem Hintergrund cui bono? (Lateinisch: Wem zum Vorteil?)
Wenn es um Europa geht und den europäischen Raum, habt Ihr sicherlich auch schon festgestellt, daß viele Dinge bezüglich Zahlungen vereinfacht werden. Sicherlich ist vieles für uns bequemer, aber gleichzeitig verbergen sich auch Gefahren dahinter - bezüglich Freiheit und Einschränkungen in unseren Entscheidungen.
Ein Beispiel hierfür ist, daß ich bei Barzahlungen ab 10.000 ? jetzt immer die Herkunft nachweisen muß.
Es impliziert: Schuldig bis die Unschuld bewiesen ist. Es gab Zeiten, da war es umgekehrt.
Wer kennt von Euch von früher noch den Abbuchungsauftrag für monatlich gleichbleibende Zahlungen? Wir haben einer Gesellschaft einen Abbuchungsauftrag erteilt, in welchem genau festgehalten wurde, was, wann und in welcher Höhe abgebucht werden konnte. Parallel dazu haben wir unsere Bank informiert, daß diese Gesellschaft von uns den Auftrag / die Genehmigung hierzu erhalten hat. Beide Vorgänge waren voneinander getrennt.
Jede Änderung des Betrages war nicht in diesem Abbuchungsauftrag enthalten.
Aber: Auch das diente bereits unserer Bequemlichkeit!
Offiziell ab 2012 und in Deutschland ab 2016 wurde der gute alte Abbuchungsauftrag von dem sogenannten SEPA Lastschriftmandat abgelöst.
Das hört sich harmlos an und impliziert: Keine Änderung, eben nur anwendbar auf Europa.
Der Unterschied ist aber da und liegt in dem Wort Mandat!
Zunächst, was heißt Mandat?
Es kommt aus dem Lateinischen ?manu datum? für ?das in die Hand gegebene?, manus ?Hand? und dare für ?geben? (www.wissen.de).
Ein Lastschriftmandat besteht aus zwei Teilen:
Es beinhaltet meine Zustimmung als Zahlungspflichtiger, daß der Zahlungsempfänger die fälligen Forderungen von meinem Konto einziehen darf. Gleichzeitig enthält das Mandat aber auch meinen Auftrag an den Zahlungsdienstleister - also die Bank - die Lastschrift einzulösen und das betreffende Konto zu belasten.
Einfach und bequem: Ich brauche mich um nichts weiter zu kümmern - es erledigt alles der Zahlungsempfänger!
Aber Achtung: Ich gebe meine Kontrolle an den Zahlungsempfänger ab.
Ähnlich wie ein Steuerberater oder ein Rechtsanwalt, den ich mandatiere, darf jetzt mein Energieversorger für mich mit meiner Bank ?sprechen? und Geschäfte abschließen.
Klingt hart? Das ist aber im Prinzip genau das, was es ist: Ein Mandat ist eine Vollmacht, ein Treuhandauftrag.
Interessant ist - zumindest haben wir es bei unserer Recherche nicht gefunden - daß zwar alles Mögliche im SEPA Mandat stehen muß, damit es gültig ist: Genaue Namen, Mandatsnummer, Identifikationsnummern etc., aber KEIN Betrag.
Ein Hinweis, wie so oft, daß das SEPA Mandat nicht unbedingt nur zu unserem Wohl eingeführt wurde:
Es ist einfach, es ist bequem, UND: Wir können fast keine systemrelevanten Verträge mehr abschließen ohne Mandat: Strom, Gas, Handy, KFZ Steuer, Darlehensverträge.
Alte Verträge, die noch unter Abbuchungsauftrag liefen, können unter Umständen, noch nicht ganz so restriktiv sein.
Beispielsweise haben wir Barclays und VVD (Autoversicherung). Hier überweise ich - ohne Zwang auf SEPA Mandat seitens der Gesellschaft - meine fälligen Beträge.
Übrigens, ohne Kündigung ist ein Mandat für 36 Monate gültig,
Also: Wenn keine Abbuchungen mehr erfolgen, ist das Mandat noch für drei Jahre gültig!
Dieser Zeitraum startet bei jeder Abbuchung neu.
Unser Tipp:
Um möglichst Ursache über Dein Geld zu bleiben, vermeide Lastschriften.
Es gibt bei Einmalkäufen sehr oft die Möglichkeit der Vorauskasse (Der Vorteil hierbei ist: Es ist kein Klarna und Paypal dazwischen geschaltet).
Bei monatlichen Zahlungen sind Daueraufträge viel praktischer! Hierbei kannst DU alles verwalten und kannst Deine Entscheidungen treffen.
Überprüfe Deine SEPA Lastschriftmandate - was steht drin. wie ist der Umfang.
Selbst privat bei unseren Vermietungen erleben wir es immer wieder wie bereitwillig die zukünftigen Mieter das Mandat ausfüllen und unterschreiben (es ist bei den heutigen Online-Mietverträgen immer mit dabei). Wir sagen dann immer: ?Richte einen Dauerauftrag ein - das ist einfacher und geht schneller, und Du hast die Kontrolle.?
Selbst dann kommt es bei der ersten Mietzahlung bei einigen zu Verzögerungen: ?Ich dachte, Sie buchen ab.?
Unsere ketzerische Frage: Tauschen wir Bequemlichkeit gegen eigene Kontrolle?